6 Tipps zur Suche nach der richtigen Filmmusik

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6 Tipps zur Suche nach der richtigen Filmmusik

Meist unterschätzt und doch fast so wichtig wie Bild und Schnitt: Die richtige Filmmusik. Bei der Auswahl der richtigen Hintergrundmusik trennen sich Spreu vom Weizen. Das gilt für kleine Videoproduktionen, Werbefilme, Dokumentationen ebenso wie für Hollywood-Blockbuster. Wählt man die falsche Musik, transportiert man wahrscheinlich auch nicht die gewünschte Stimmung. Der Zuschauer nimmt so das gesehene anders wahr, als die Bilder alleine es vermuten ließen. Die richtige Musik kann den Zuschauer euphorisch oder traurig machen. Mit der richtigen Musik kannst du deine Zuschauer unterschwellig dahin führen, wo sie das Gesehene so wahrnehmen wie du es gerne hättest. Emotionen hervorrufen und kanalisieren. Den Zuschauer auditiv auf das Visuelle vorbereiten.

Aber woher bekomme ich die passende Musik? Und vor allem: Muss sie mich ein Vermögen kosten? Hier ein paar Tipps. Dinge die du beachten kannst, um dir im Vorfeld einen Plan zurechtzulegen, um die passende Musik zu finden und bei der Suche etwas Zeit zu sparen. Dabei handelt es sich um persönliche Erfahrungen. Wenn du eigene Tipps hast, poste sie gerne in die Kommentare oder schreib uns doch einfach eine Mail.

1. Dein Musikgeschmack

So gerne du auch Metal hörst oder so sehr du das 2Pac Album in deinem Auto feierst: du musst dich mit dem Gedanken befassen, dass dein Musikgeschmack nicht immer den von anderen trifft. Zu dem aktuellen Carporn Video von JP Performance mag der Dubstep Track vielleicht passen, zu dem Imagefilm des Sterne-Restaurants aber vielleicht schon nicht mehr. Jeder Song bringt ein eigenes Tempo mit sich, jeder Song vermittelt ein bestimmtes Gefühl, eine Laune, einen Stil und wird dementsprechend aufgenommen und verarbeitet. Und so vielfältig die Musikgeschmäcker nun mal sind, so zahlreich sind auch die Filmgenres und die verschiedenen Stimmungen, die darin hervorgerufen werden können. Öffne dich für die bunte Welt der Musik und bediene dich so gut du nur kannst verschiedensten Facetten. Deine Lieblingsmusik passt nicht automatisch, nur weil sie dir gefällt.

2. Vorbereitung

Die Frage nach der richtigen Filmmusik stellst du dir am besten schon beim Dreh, wenn nicht sogar davor. Drehst du einen Film mit Konzept, ergibt sich die gewünschte Stimmung meist schon im Vorfeld. Filmst du Beispielsweise ein Event, kannst du dich wunderbar von den Eindrücken vor Ort leiten lassen. Nimm die Stimmung auf und stell dir die Frage, welche Musik am besten zu der Stimmung passt. Handelt es sich um eine Hochzeit? Romantisch? Klassik, Streichinstrumente, sanfte Stimmen? Oder doch ein junges dynamisches Paar? Dann brauchst du vielleicht doch etwas mit mehr bpm. Wichtig ist, dass du nicht versuchst das Gesehene in etwas „Gehörtes“ zu quetschen. Das falsche Lied ist wie ein schlecht sitzendes Kleidungsstück. Man fühlt sich damit nicht wohl, sowohl nicht beim Schnitt, als auch beim anschließenden Anschauen. Wenn du dir über die Stimmung im klaren bist, sparst du später viel Zeit bei der Suche, weil du komplette Genres getrost weglassen kannst.

3. Der Takt macht die FilmMusik – und den Film

Ein und das selbe Filmmaterial mit ein und der selben Filmmusik kann dennoch einen Unterschied wie Tag und Nacht machen, wenn der Schnitt nicht zur Musik passt. Versuche, deinen Film nach dem Takt zu schneiden. Wenn du nicht weißt, wie du das machst, suche dir (sofern vorhanden) ein wiederkehrendes Geräusch. Lass es einen Beat, das Schlagzeug, die E-Gitarre oder welches Instrument oder Geräusch auch immer sein. Setze deine Schnitte auf genau diesen Rythmus. Spiele mit den Abständen: Lege die Länger deiner Clips von Beat zu Beat, überspringe jeden zweiten Beat, finde deinen eigenen Stil. Du wirst sehr schnell merken, mit einem Rhythmus lässt sich leichter schneiden und die Zuschauer kommen „besser rein“, da sich Bild und Ton harmonischer aufnehmen lassen. In diesem Artikel von Bernd Michael Sommer erfährst du mehr über Taktarten, wie du sie erkennst und auszählst. Prinzipiell ist mehr Wissen über die Unterthemen des Videoschnitts nie verkehrt.

4. Musikplattformen

Bei der Suche nach der passenden Filmmusik gehen die Meinungen auseinander wie in kaum einem anderen Thema: Die einen geben eine Menge Geld für Lizenzen aus, die anderen dafür, sich passende Filmmusik machen zu lassen, wieder andere haben die Skills, um eigene Musik zu erstellen. Es gibt allerdings auch günstige und kostenlose Möglichkeiten um legal an Musik zu kommen. Wir bedienen uns seit Jahren beispielsweise bei den Plattformen Soundtaxi und Audiojungle. Dort bekommst du für gutes Geld einzelne Songs. Solche Musikplattformen gibt es viele im Netz. Sie basieren oft auf freien Künstlern, die frei von Verwertungsgesellschaften (GEMA und Co.) ihre Musik gegen faire Preise zur Verfügung stellen.

Dabei gibt es verschiedene Preismodelle. Manche Seiten stellen die Preise je Song direkt dar, mit anderen muss man einzelne Lizenzen verhandeln. Seit Anfang des Jahres nutzen wir ebenfalls den Service der Plattform Artlist.io. Dabei handelt es sich um eine Künstlerplattform, bei der man für 199$ im Jahr unbegrenzt Musik downloaden und verwenden kann. Die Musik darf in allen Kanälen, zeitlich unbegrenzt (auch nach Kündigung des Abos) und sogar für deine Kunden verwendet werden. Du kannst dir in deinem Account Favouriten speichern und diese sogar in Projektordnern sortieren.

Klickst du auf DIESEN LINK, kannst du dich bei Artlist registrieren. Bei Abschluss eines Abos bekommst du 2 Monate Mitgliedschaft gratis dazu (wir auch, da es sich um einen Affiliate-Link handelt). Ob sich das für jemanden lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Verglichen mit bspw. Audiojungle (ebenfalls ein Affiliate-Link), hast du den Preis nach 10 Songs wieder drin.

Wichtig ist das Spektrum der jeweiligen Plattform und die Möglichkeit, die angebotene Musik zu filtern und anzuhören. Das beste Sortiment nützt nichts, wenn kein sinnvolles Tag-System benutzt wird oder sich die Vorschau nicht richtig abspielen lässt. Also am besten hörst du dich vorher eine Weile durch die jeweilige Plattform um zu entscheiden, ob die Musik deinen Ansprüchen gerecht wird.

5. Freie Künstler

Mit etwas Glück kennst du vielleicht sogar Künstler, die eigene Songs schreiben und einspielen. Sind diese nicht bei einer Verwertungsgesellschaft (bspw. GEMA), kannst du ihre Musik – mit der ausdrücklichen Erlaubnis – verwenden. Handelt es sich um junge Künstler, kannst du vielleicht einen Deal machen und gegen die Einblendung des Logos den Song kostenlos verwenden. Eine Hand wäscht die andere. Dabei sollte man aber immer fair bleiben. Du würdest auch nicht wollen das jemand ungefragt dein Material verwendet und eventuell sogar entfremdet.

6. Youtube und Gesetze

Zu guter Letzt noch ein kleiner aber nicht ganz unbedeutender Hinweis: In Deutschland fallen alle künstlerischen Werke unter das Urheberrecht. Du darfst nicht – sofern nicht ausdrücklich erlaubt – einfach irgendein Lied ungefragt benutzen. Respektiere andere Künstler und ihr Eigentum. Willst du deine Videos zum Beispiel auf Youtube über Google Adsense monetarisieren, so wirst du mit „geklauter“ Musik nicht weit kommen. Viele Plattformen, allen voran Youtube, erkennen lizenzierte Musik und sperren dir im Schlimmstfall das Video. Gleichzeitig aber bieten viele Künstler in Youtube, Soundcloud und anderen Plattformen kostenlos ihre lizenzfrei Musik an. Ein sehr beliebter Youtube-Kanal ist No Copyright Sounds. Ein Kanal, auf dem diverse Künstler ihre Tracks unter einer sogenannten Creative Commons Lizenz zur Verfügung stellen. Alternativ findest du zahlreiche Kanäle unter den Begriffen „License Free“, „No Copyright“ oder „Free Music“. Dabei sollte dir bewusst sein, dass kostenlose Musik natürlich auch öfters in anderen Filmen auftaucht. Verwendest du solche, wird dein Film weniger einzigartig sein, als mit „bezahlter“ Musik.

In diesem Sinne: Möglichkeiten gibt es viele um günstig an gute Musik zu kommen. Dabei gibt es auch zunehmend bessere Suchmöglichkeiten, faire Preise und mehr Auswahl, als einem manchmal lieb ist. Die richtige Musik kann jeden Film auf ein neues Level heben, man muss sich nur erst einmal darüber klar werden, wonach man sucht und was man mit der Musik ausdrücken möchte. Wenn du noch weitere Fragen hast, schreib uns einfach und wir gehen gerne darauf ein.

Von | 2017-08-22T17:02:39+00:00 August 22nd, 2017|Kategorien: Rawhunter klärt auf|Tags: , , , , |

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Marc

Marc Skribiak
Bachelor of Arts / Digitale Medien / Mediapublishing und Gestaltung
Staatl. gepr. Grafik-Designer

Gründer